Literatur Tips


Dietrich Schwanitz: Der Campus

"Ich bin für dieses Buch. Ich freue mich, dass ich es gelesen habe." Klarer kann das Urteil vom Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki nicht ausfallen. Wer dieses Buch nicht liest, verpasst wirklich einiges. Zum Beispiel Passagen wie diese:
"In einem Anfall genetischer Launenhaftigkeit hatte ihm nämlich das Schicksal nur ganz kurze Beine gegönnt und obendrein verhindert, dass er einen Hals entwickelte. So steckte Schäfers Kahlkopf in seinem Brustkorb wie in einem Eierbecher."

Dietrich Schwanitz ist ein Wortkünstler. Wenn der Professor für englische Literatur und Kultur an der Universität Hamburg seine Vorlesungen ebenso eloquent gestaltet, wie er schreibt, muss der Hörsaal jeweils zum bersten voll sein.

Aber nicht nur wegen des Professors Sprache lohnt sich die Lektüre von "Campus" (auch für Nichtakademiker!): Die Geschichte ist ebenso witzig wie kritisch. Eine Uni-Persiflage der geistreichen Sorte. Im Mittelpunkt steht ein erfolgreicher Soziologieprofessor, der verdächtigt wird, eine Studentin vergewaltigt zu haben. Verschiedene Personen versuchen, für sich Vorteile zu gewinnen und inszenieren ein perfides Intrigenspiel, das immer unübersichtlicher wird. Wird der Professor dieses Spiel in der Gesellschaft und der abgehobenen Welt der Wissenschaft überleben?

Buchcover: Der Campus

Goldmann 1995
ISBN 3-442-43349-5
sFr 14.90

 


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erstellt 13-11-96/otter - nachgeführt 07-10-04/

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