Auf fast dreihundert Seiten deckt die Amerikanische Philosophin und Feministin Sallie Tisdale den schizophrenen Umgang der Gesellschaft mit der Sexualität auf. "Alle tun es, und alle wissen, dass alle es tun; ich weiss, dass du es tust, und du weisst, dass ich es tue. Aber unsere Gesellschaft ist pubertär, es gibt kein anderes Wort für unsere Ruhelosigkeit und unseren mahnend erhobenen Zeigefinger. Wir leben in einer Welt, in der sexuelle Bilder und Symbole zusammenhangslos überall auftauchen. Dennoch ist es uns fast unerträglich, offen über Sex zu reden - mit unseren Freunden, unseren Geliebten, unseren Eltern und Kindern, und am wenigsten miteinander, in unserer Funktion als Intellektuelle. Das Ergebnis ist eine kulturelle Pubertät: lüstern, schlüpfrig, leidenschaftlich und zugleich schamhaft und prüde."
Ein überfälliges Buch, das vor allem in der aktuellen Pornographie-Diskussion, die zwischen den zwei Extremansichten einer Alice Schwarzer ("PorNo!") und den Befürwortern einer totalen Liberalisierung erfrischende Akzente setzt und dabei, auch wenn es sich im weitesten Sinne um ein wissenschaftliches Buch handelt, fast so leicht wie ein Roman zu lesen ist.

Berlin Verlag 1995
ISBN 3-8270-0069-6
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erstellt 02-07-96/otter - nachgeführt 07-10-04/
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