Seinem Beruf geht der Privatdetektiv Marlowe im
Roman "Die Tote im See" mit seiner typisch
ätzenden Art nach: "Die meisten Klienten weinen am
Anfang entweder mein Hemd nass oder schnauzen mich an, um zu
zeigen, wer der Boss ist. Aber in der Regel werden sie am Ende
alle ziemlich vernünftig - das heisst, wenn sie dann noch
leben." Sein Klient heisst diesmal Derace Kingsley, ein
bekannter Firmenboss. Seine Frau Crystal ist verschwunden und
Marlowe macht sich auf, sie zu finden. Crystal ist für ihr
ausschweifendes Leben und ihre Vorliebe für Männer
bekannt. Deshalb belästigt der Detektiv als erstes ihren
momentanen Lover Lavery. Ausser Aggressionen erhält er
nichts und hofft deshalb, beim Ferienhaus der Kingsleys - Crystal
ist dort zum letzten Mal gesehen worden - weitere Anhaltspunkte
zu finden. Er findet sie in Gestalt eines ständig
betrunkenen Hauswartes mit einem steifen Bein und einer stark
verwesten weiblichen Leiche, im Wasser des Sees versenkt beim
Bootsteg des Ferienhauses
Von nun an wechseln sich Verdächtigungen, Aufklärungen
und weitere Morde ab, die Marlowe nach einigen hundert Zigaretten
und nicht weniger Gläsern Bourbon schliesslich aufklärt
- für einmal sogar in Zusammenarbeit mit einem
Polizisten, Sheriff Patton, der mit seinen 75 Jahren eigentlich
schon in Pension sein müsste. "Er hatte grosse Ohren
und freundliche Augen, seine Kinnbacken bewegten sich
gemächlich, und er sah so bedrohlich aus wie ein
Eichhörnchen, war aber weit weniger nervös. Alles an
ihm gefiel mir."

Diogenes Verlag 1976
ISBN 235720311X
sFr 15.80
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erstellt 25-05-96/otter - nachgeführt 07-10-04/
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