Von Turicum bis Zürich
"Wen Gott lieb hat, dem schenkt er ein Haus in Zürich", soll der berühmte Geschichtschreiber Otto von Freising gesagt haben. Das war im 12. Jahrhundet. Doch Zürichs Geschichte reicht weiter zurück. Schon in der jüngeren Steinzeit war das Gebiet um den Zürichsee von Pfahlbauern besiedelt. Kelten, Helvetier und Römer hinteliessen zu Beginn unserer Zeitrechnung ihre Spuren im damaligen "Turicum".
Auf dem Moränenhügel Lindenhof - dem historischen und geographischen Stadtzentrum - stand schon im 4. Jahrhundert ein festes Kastell, damals unter römischer Herrschaft.
Als eigentliche Stadt wurde Zürich
erstmals im Jahr 929 urkundlich erwähnt. Die Gründung der beiden Stifte Grossmünster und Fraumünster hat wesentlich zur Bedeutung dieses Ortes
beigetragen. Legendenumwoben ist die Errichtung der beiden Kirchen, deren markante Türme
heute noch die Stadtsilhouette prägen. Das von Kaiser Karl dem Grossen gestiftete Grossmünster steht an der Stelle,
wo die Stadtpatrone Zürichs, die Märtyrer Felix und Regula und ihr Diener Exuperantius, nach der Enthauptung ihre Köpfe hingetragen haben
sollen und ihre Gebeine begraben sind. Zum Standort des Fraumünsters, heute wegen seiner
kostbaren Glasfenster von Marc Chagall ein vielbewunderter Anziehungspunkt, soll ein
Hirsch mit Lichtern im Geweih die frommen Töchter Ludwigs des Deutschen hingeführt haben.
Anfangs des 13. Jahrhunderts wurde der einstige Stadtkern links der Limmat durch die Angliederung von Ober-, Niederdorf und Neumarkt erweitert. Die Stadtmauer, im frühen 14. Jahrhundert vollendet, umschloss bis ins 19. Jahrhundert den eigentlichen Stadtkern, wie er heute noch als guterhaltene Altstadt erkennbar ist.
Zürich Tourismus
Januar 1994
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