Zürichs Weg zur Wirtschaftsmetropole
Einen Meilenstein in der Stadtgeschichte hat Zürichs erster Bürgermeister Rudolf Brun im Jahr 1336 mit der Schaffung der gesetzt. Bis anhin wurde die Stadt vom Adel regiert, jetzt bildeten die Meister der dreizehn Handwerkerzünfte Zunftverfassung zusammen mit Vertretern der Gesellschaft der Adligen einen gemeinsamen Rat.
Heute treten diese
Zünfte nur noch einmal jährlich in Erscheinung, wenn das Zürcher Frühlingsfest "Sechseläuten"
stattfindet. In ihrer traditionellen Zunftbekleidung bilden die Männer einen Umzug durch
die Stadt und formieren sich abends auf dem Sechseläutenplatz. In einem mittelalterlich
anmutenden Schauspiel wird auf einem riesigen Scheiterhaufen ein Watte-Schneemann
als Symbol für den Winter verbrannt, während die Reitergruppen der Zünfte um die
Richtstätte herum galoppieren.
Die unter Rudolf Brun aufstrebende Schicht der Handwerker und
Kaufleute knüpften Beziehungen zu anderen Städten und machten Zürich so zu einem
lebhaften Handelsplatz. Ein florierender Geschäftszweig war damals das Seidengewerbe;
Zürich entwickelte sich nach und nach zu einem bedeutenden Textilindustrie-Zentrum. Aus
der Mechanisierung handwerklicher Berufe der Textilindustrie, der Spinnerei und
Weberei entstand eine prosperierende Metall- und Maschinenindustrie, einer der
Grundpfeiler für den Wohlstand der Stadt. Dem Wirtschaftsgenie und Politiker Alfred
Escher verdankt Zürich wertvolle Impulse zur Förderung des modernen Bankwesens, der
Schweizerischen Eisenbahnen und deren Nord-Süd-Verbindung durch den Gotthard-Tunnel sowie
der Hochschulen.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Finanzstadt war 1877 die Gründung der Zürcher Börse, deren Kurse und Bewegungen heute in aller Welt beobachtet und als Gradmesser der Wirtschaftslage interpretiert werden.
Zürich Tourismus
Januar 1994
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