| 4300-800 v.Chr. |
Zürichs Seebecken ist von Pfahlbaudörfern besiedelt. Die Nomaden und
Jäger sind sesshaft geworden. Sie betreiben Ackerbau und Viehzucht. |
| 15 v.Chr. |
Römische Legionen besetzen das schweizerische Mittelland zum Schutz
ihres Imperiums gegen die über den Rhein vordringenden germanischen Alemannen. Auf dem
Lindenhof errichten sie eine Befestigung, zu ihren Füssen einen Schiffshafen, eine
Zollbrücke und eine geheizte Badeanlage. Die Siedlung nennen sie TURICUM.
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| 300 |
Felix,
Regula und Exuperantius, drei Christen aus der Thebäischen Region, fliehen aus
Saint-Maurice im Wallis vor den römischen Schergen nach Zürich, werden ihres Glaubens
wegen gemartert und auf einer Limmatinsel (heute Wasserkirche) enthauptet. Sie tragen
ihre Häupter ans rechte Limmatufer, wo später bei den Gräbern eine erste
Grossmünster-Kapelle entsteht. |
| 401 |
In ihrer Heimat von Eindringlingen bedroht, ziehen sich die Römer über
die Alpen zurück. Die Alemannen rücken in mehreren Schüben nach. |
| 853 |
König
Ludwig der Deutsche,
ein Enkel Karls des
Grossen stiftet das hochadelige Damenstift Fraumünster, schenkt ihm die Otschaft
Zürich, das Land Uri und die bestehende Kapelle St. Peter auf den Resten eines römischen
Heiligtums. Auf dem Lindenhof baut er eine erste Pfalz,
wo sein Reichsvogt jährlich Gericht hält. |
| 885 |
Kaiser Karl
der Dicke stiftet das Grossmünster, fälschlicherweise Karl dem Grossen
zugeschrieben. |
| 1218 |
Zürich wird reichsfrei und darf den Reichsvogt selber wählen. Adelige
und Freie bilden einen Rat, bauen ein Rathaus und umgeben die Stadt mit einer Wehrmauer
Verschiedene Bettelorden und Damenstifte lassen sich im Schutze der Mauer nieder. |
| 1336 |
Der Halbadelige Rudolf Brun vertreibt mit Hilfe der Handwerker den Rat,
in dem reiche Handelsherren den Adel zurückgedrängt haben. Er teilt die Handwerker in 13
Zünfte ein, deren Vertreter den neuen Rat bilden. Er selber erhebt sich zum Ritter und
Bürgermeister. |
| 1350 |
Der alte, nach Rapperswil entflohene Rat will in der Mordnacht mit Hilfe
der Habsburger die
Stadt zurückerobern, wird aber von den Handwerkern besiegt. |
| 1351 |
Zum Schutz vor den Habsburgern tritt Zürich dem Ewigen Bund der
Eidgenossen bei. |
| 1360 |
Rudolf Brun stirbt, vermutlich von seinen Gegnern vergiftet. |
| 1443/44 |
Wegen eines Erbstreits um die Linthebene entzweit sich Zürich mit den
übrigen Eidgenossen, verliert aber in der Schlacht bei St. Jakob an der Sihl. Die Feinde
verwüsten das ganze Zürichbiet. |
| 1474/77 |
Nach einem Ueberfall des Burgunder-Herzogs Karl der Kühne eilen die
Zürcher den Bernern unter Hans Waldmann zu Hilfe. Sie entscheiden den Sieg von Murten
und Nancy, wo Karl erschlagen wird. Zürich wird eidgenössischer Vorort, Waldmann
diktatorischer Bürgermeister. |
| 1489 |
Die Weinbauern am Zürichsee erheben sich gegen die Unterdrückung durch
die Stadt. Hans Waldmann wird öffentlich hingerichtet und im Fraumünster beigesetzt. |
| 1519 |
Der Toggenburger Huldrych Zwingli predigt als Leutpriester im
Grossmünster Er beruft sich allein auf die Bibel, bekämpft Ablasshandel, Zölibat und
die Verehrung nichtbiblischer Heiliger. Der Rat verteidigt ihn gegen den Konstanzer
Bischof. Damit beginnt die Zürcher Reformation. |
| 1524 |
Die Klöster werden aufgehoben, nur das Grossmünster bleibt als
Theologieschule. |
| 1531 |
Im Kampf gegen die altgläubige Innerschweiz fällt Zwingli in der
Schlacht bei Kappel. |
| 16.Jh. |
Die Zünfte regieren mit aller Machtfülle. Zugewanderte
Glaubensflüchtlinge entwickeln eine leistungsfähige Seidenindustrie. Rohseide liefert Venedig. |
| 1642/72 |
Im Dreissigjährigen Krieg umgibt sich Zürich mit einem äusseren
Schanzenstern. Ueberreste sind das Bauschänzli und der Schanzengraben. |
| 18.Jh. |
Zürichs Reichtum beruht auf der Seidenindustrie. Junge Offiziere am Hof
in Paris und in Holland bringen die Barockarchitektur und
die Gewandtheit im Welthandel. Der gelehrte Johann Jakob Bodmer holt Klopstock, Wieland
und Goethe nach
Zürich. Er übersetzt Homer. Wieland übersetzt Shakespeare als Grundlage der deutschen
Klassik. Zürich wird als "Limmat-Athen" zur führenden
Kunststadt. |
| 1798 |
Napoleonische Truppen
besetzen Zürich, heben die Zünfte auf und diktieren eine neue Verfassung. |
| 1813 |
Abzug der Franzosen. |
| 1833 |
Die mittelalterliche Stadtmauer wird abgetragen, das Landvolk ist nun
gleichberechtigt mit der Stadt. |
| 1833 |
Gründung der Universität.
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| 1839 |
"Züriputsch". Aufstand der Bauern gegen die allzu liberal
"gottesleugnerische" Stadt. Die neue reaktionäre Regierung hält sich nur kurze
Zeit. |
| 1847 |
Von Zürich nach dem aargauischen Kurort Baden führt die erste Eisenbahn
der Schweiz, wegen einer Badener Spezialität "Spanischbrötli-Bahn" benannt. |
| 1855 |
Eröffnung der ETH ( Eidgenössische
Technische Hochschule). Ihr Förderer ist Alfred Escher. |
| 1863/64 |
Bau der Bahnhofstrasse und des Paradeplatzes anstelle des
Fröschengrabens längs der einstigen Stadtmauer |
| 1871 |
Bau des heutigen Bahnhofs |
| 1880/84 |
Einrichten des Telefons, der Pferdebahn, Schweizerische
Landesausstellung 1883, Bau der Quaibrücke und der Gotthardbahn. Zürich ist die
meistbesuchte Stadt der Schweiz. |
| 1893 |
Eröffnung des Schweizerischen
Landesmuseums auf dem ehemaligen Schützenplatz hinter dem Bahnhof. |
| 1893 |
Eingemeindung von 11 Vororten. Zürich wird mit 120'000 Einwohnern die
erste Grossstadt der Schweiz. Bau des Elektrizitätswerks. In der Folge Elektrifizierung
der Strassenbahn. |
| 1925 |
Linksparteien gewinnen erstmals die Mehrheit im Rat. |
| 1934 |
Zweite Eingemeindung von acht Vororten, vier davon im Glattal, wo
Oerlikon ein grosser Industrieort geworden ist. |
| 1939 |
Schweizerische Landesausstellung am Seebecken. Ausbruch des Zweiten
Weltkrieges. |
| 1946 |
Winston Churchill
hält auf dem Münsterhof und in der Universität
eine Rede über die Schaffung eines Vereinten
Europas. |
| 1962 |
Zürich zählt eine Höchstzahl von 445'314 Einwohnern. In den nächsten
Jahren Autoboom und Abwanderung "ins Grüne". |
| 1968 |
Beginn der Jugendunruhen. |
| 1990 |
Eröffnung der S-Bahn |
| 1995 |
Zürich misst im Durchmesser 13,5km und zählt 360'000 Einwohner. |